Rückblick auf den öffentlichen Abendvortrag am 9. Dezember 2025
Am 9. Dezember 2025 konnte das Netzwerk mit großer Freude Sally Haslanger (MIT) zu einem öffentlichen Vortrag begrüßen.
Haslanger erklärte in ihrem Vortrag, wie soziale Systeme sich aus miteinander integrierten Teilsystemen – etwa politischen oder ökonomischen, aber auch Verkehrs-, Gesundheits- und Bildungssystemen – zusammensetzen. Um zu verstehen, wie soziale Systeme entstehen und sich verändern lassen, sei es hilfreich, verschiedene Analyseebenen zu berücksichtigen: Individuen auf der Mikro-Ebene, materielle Systeme, wie etwa das Gesundheits- oder Bildungssystem, auf der Meso-Ebene, und die Gesellschaft auf der Makro-Ebene. Soziale Systeme, so Haslanger, lassen sich besonders durch Eingreifen in materielle Systeme verändern. Durch diese Linse ließe sich auch strukturelle Ungerechtigkeit betrachten und besser verstehen.
Am Beispiel von Care-Arbeit ging Haslanger darauf ein, wie (ungerechte) soziale Systeme verändert werden und welche Herausforderungen dabei auftreten können. Hier nannte sie beispielsweise die Tatsache, dass Frauen, die Care-Arbeit leisten, oft durch Beziehungen dazu motiviert sind, sowie verschiedene Vorstellungen davon, inwiefern die Familie als privater Bereich vor staatlichen Interventionen geschützt werden sollte.
Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die Teilnehmenden über Zukunftsvisionen, Verantwortung für strukturelle Ungerechtigkeit sowie Beispiele von staatlichen Interventionen in Care-Arbeit.
About:
Sally Haslanger ist Ford-Professorin für Philosophy and Women’s & Gender Studies am MIT. Sie unterrichtet außerdem am MIT D-Lab, wo mittels partizipativem Design inklusive, zugängliche und nachhaltige Lösungen auf Herausforderungen der globalen Armut gesucht werden. Ihre Arbeit verbindet Fragen nach sozialer Gerechtigkeit, bezogen auf Gender, Race und Class (sowie andere soziale Kategorien) mit aktuellen epistemologischen, metaphysischen und sprachphilosophischen Fragen. Mehr dazu: http://sallyhaslanger.weebly.com